Rezension: Onomatopoesietage Innsbruck (Freistil)

Schön, dass D.I.Y. in Innsbruck mehr sein kann, als Hardcore Punk & Soja-Chili. Nichts gegen diese beiden Komponenten, auf Dauer werden allerdings auch diese etwas fad, wenn es die einzigen Zutaten sind, die lokal immer wieder durchgekaut werden. Im Juni 2017 fand in Innsbruck zum ersten Mal das zweitägige Festival „Onomatopoesietage“ statt. Der Spirit lautete dabei: Alles selbst machen; weg vom Großen, Protzigen, technisch Überproduzierten – hin zum Kleinen und Feinen, Experimentellen und Bodenständigen.

Die Austragungsorte waren dabei das Stellwerk, das Café DeCentral, das Stiegenhaus KG21GA und die Villa Mundus; initiiert wurde dieses wirklich erlebniswerte Festival von Otto Horvath und Teresa Riemann. Neben Musik gab es auch Performances (besonders Riemann selbst ist hier hervorzuheben) zu sehen; von Freejazz bis kaputtem Techno war so ziemlich alles dabei; die stilistische Breite war demnach denkbar groß.
Als Gäste waren hauptsächlich das alternative Kunstpublikum aus der Region (wahrscheinlich des Inhalts wegen) und die Punks der Region (wahrscheinlich der antikapitalistischen Schauplätze wegen) vertreten. Diese beide Gruppen auf einer Veranstaltung gemeinsam anzutreffen, war auch einmal wieder schön.

Wichtig ist auch, dass dieses Kleinod der Selbstermächtigungs- und Experimentalszene im Österreichischen Magazin Freistil besprochen wurde (auf Bernd Lederer ist nun mal Verlass), denn als Ergänzung zu den bereits etablierten Festivals in Tirol, funktionierten die Onomatopoesietage wirklich perfekt. Innsbruck war in diesem Jahr (Sommer) kulturell wirklich erlebenswert. Schöne Sache. Hoffentlich gehts so weiter.

onomateopoesie tage

 

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