Knappe Gedanken zu „Break the Bubble“

22366810_1498441290239728_5049345064946135016_n

Man fühlt sich meistens eh wohl in seiner Blase, weshalb gäbe es ansonsten Konzepte wie diese. Die Meinungen sind ähnlich, die Geschmäcker sind irgendwie miteinander verträglich und dass man sich gegenseitig wirklich anschreien muss, ist eher die Ausnahme. Und trotzdem weiß man, dass es das irgendwie nicht wirklich sein kann. Denn wenn das Dasein so einfach wäre, wieso ist die Welt und die in ihr lebende Gesellschaft dann so kompliziert? Sollte man sich also nicht immer wieder Situationen aussetzen, von denen man vorher nicht wirklich weiß, wie sie inhaltlich und emotional ausgehen werden? Gelegentlich prüfen ob die eigenen Positionen immer noch mit dem nötigen Fundament untermauert sind, von dem man sich selbst denkt, dass man es ohnehin vertritt? Oder einfach wieder einmal einer Gegenposition gesittet und auf Augenhöhe begegnen?

BürgerInnenpartizipation ist möglich und auch so unglaublich wichtig. Meine eigene Umwelt und Umgebung mitgestalten zu können, ist mir eines der wichtigsten Anliegen in meinem Dasein.

Deshalb: Vielen Dank an den Verein Vogelweide, der mich am Samstag zur Veranstaltung „Break the Bubble!“ als Gesprächspartner eingeladen hat.
Gemeinsam mit 3 anderen Menschen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen + 1 Moderatorin unterhielt ich mich in einer öffentlichen Gesprächsrunde über das Thema „Was ist ein gutes Leben?“. Es kamen auch zahlreiche Leute aus der Umgebung und setzten sich dazu; unterschiedlichster politischer/gesellschaftlicher/kultureller Coleur; manche sprachen mit, manche hörten „nur“ zu; jede*r war herzlich eingeladen mitzumachen.
Natürlich traf sich auch dort ein „prinzipiell eher offener“ Ausschnitt der Gesellschaft, denn wenn mans von Vornherein schon total stumpfsinnig findet, dass man sich auf einer Wiese mit fremden Menschen (vor allem noch in einem Kulturkontext) zusammensetzen sollte, dann sieht man sich so etwas wohl eher nicht an.

Trotzdem: Wie kann die eigene Stadt belebt werden? Wie kann sich eine Gesellschaft Vorurteile durch Begegnungen, Austausch, Interaktion und Partizipation selbst verbessern?
Genau durch Aktionen wie diese. Vielen Dank an den Verein Vogelweide für diese nette Veranstaltung, ich komme beim nächsten Mal sicher wieder und nehme noch mehr Leute mit. Im Idealfall kommen beim nächsten Mal auch noch ein paar kontroversere Situationen und Themen zustande – obwohl ich zugeben muss, dass auch ich in diesem Moment nicht wirklich Bock auf harte Zerwürfnisse hatte.
War ja dann doch irgendwo ein Wohlfühl-Dings; und trotzdem wars gut.

Mehr Informationen zum Kulturverein Vogelweide gibt es HIER

Und hier eine kurze Projektbeschreibung für alle, die beim nächsten Mal dabei sein wollen:

„Miteinander reden, Streiten, Wiedersprüche aushalten, Gemeinsamkeiten suchen und finden.

Break The Bubble will den öffentlichen Raum als Ort für Diskussion und Streitkultur wieder ernst nehmen! Wir führen Parallelwelten im Walterpark zusammen. Der Unterschied zu konventionellen Gesprächsrunden liegt darin, dass die potentielle Unvereinbarkeit der Meinungen und der Umgang mit dieser Tatsache im Vorfeld der Diskussion von der Moderation thematisiert werden. Wie gehen wir damit um, wenn es emotional wird, was machen wir, wenn wir uns im Kreis drehen oder nichts mehr zu sagen haben. Was, wenn einzelne Teilnehmer_innen untergriffig werden und den Dialog bewusst zerstören? Wo liegen Grenzen und was halten wir aus.

Eine experimentelle Diskussionsrunde mit Persönlichkeiten mit den Unterschiedlichsten Hintergründen und einem freien Stuhl fürs Publikum.“

Advertisements