Jurytätigkeit: TKI_open 18 Humor; Gedanken

Anfang November nahm ich zum ersten Mal als Juror an einer öffentlichen Jurysitzung teil. Es ging um die Verteilung von Fördermittel des Tiroler Landesubventionstopfes „TKI_open“, der jährlich von den Tiroler Kulturinitiativen ausgeschrieben wird.
Gemeinsam mit vier weiteren „ExpertInnen“ besprachen wir die 29 Einreichungen und klopften diese anhand verschiedener Gesichtspunkte hinsichtlich ihrer Förderwürdigkeit ab (Auseinandersetzung mit dem Thema; künstlerische Umsetzung; finanzielle Umsetzbarkeit; Anspruch; etc).

Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die anspruchsvollste Tätigkeit, die ich in diesem Jahr wahrgenommen habe. Denn wie immer stellen sich mir, je länger ich über meine eigene Rolle in gewissen Mechanismen nachdenke, zunehmend mehr Fragen. Wieviel zählt meine Meinung? Würde ich mich selbst als kompetent genug bezeichnen, um über diese Dinge abstimmen zu können? Weshalb darf hier überhaupt ich sprechen und nicht jemand anderer?

Fazit für mich selbst? Es tat gut mit Menschen über die Projekte zu diskutieren, die alle unterschiedliche Hintergründe haben und auch aus unterschiedlichen Regionen des Landes stammen. JedeR hatte seine Schwerpunkte und Ausschlusskriterien, wodurch ich für mich selbst wieder einiges mit nach Hause nehmen konnte. Gedankenfetzen wie
„Der künstlerische Wert befindet sich worin genau?“
„Ist das Thema wirklich inhaltlich gut gewählt, oder ist eher das Stück an sich lustig?“
„Geht sich das mit diesem Plan finanziell aus? Das wirkt doch um einiges unterdimensioniert“

Somit halte ich fest: Vielen Dank, dass ich die Möglichkeit hatte mitzudiskutieren – ich hoffe, ich habe meinen Dienst an der Sache getan und freue mich schon auf die daraus entstehenden Projekte.

HIER geht es zu den ausgewählten Projekten

Mehr Informationen:

humor. So lautete das Ausschreibungsthema von TKI open 18. Künstler*innen und Kulturschaffende waren eingeladen, sich mit Bedeutung, Funktion und Potenzialen von Scherzhaftem und Witzigem auseinanderzusetzen.

Einreichungen

29 Künstler*innen, Kollektive und Kulturvereine sind dieser Einladung gefolgt und haben Projekte eingereicht, die unterschiedliche Aspekte des Themas aufgreifen und auf vielfältige Weise bearbeiten. Die bei TKI open 18 angesuchte Fördersumme aller Projekte zusammen beträgt rund 238.200 Euro. Dem gegenüber steht die Dotierung des Fördertopfes mit 68.500 Euro an Landesmitteln.

Jury

Die schwierige Aufgabe der Auswahl hatte auch heuer wieder eine fünfköpfige Fachjury, der folgende Mitglieder angehörten:

  • Yasmin Hafedh a.k.a. Yasmo (Poetry Slammerin, Autorin, Musikerin, Künstlerin, Wien) 
  • Sina Verena Heiß (Regisseurin, Schauspielerin, Künstlerin, Linz)
  • Leonhard Müllner (Kulturwissenschafter, Künstler, Kulturschaffender, Linz)
  • Julia Mumelter (Kulturmanagerin, Kulturlabor Stromboli, Mitglied des Landesbeirates für Kulturinitiativen, Hall)
  • David Prieth (Kulturschaffender, Künstler, GF p.m.k, Innsbruck)

Im Rahmen der öffentlichen Jurysitzung am 11. November 2017 wählte die Jury unter der Moderation von Klemens Pilsl (KUPF OÖ) acht Kulturprojekte aus, die von der Kulturabteilung des Landes Tirol gefördert und im Laufe des Jahres 2018 umgesetzt werden.

Bei ihrer Auswahl achtete die Jury neben den vorgegebenen TKI open-Kriterien auf die inhaltliche und künstlerische Qualität der Projektkonzepte, auf ihre Experimentierfreudigkeit und Umsetzbarkeit sowie auf ihre gesellschaftspolitische Relevanz. Die Projektauswahl zeichnet sich durch Vielfalt und Ausgewogenheit in Bezug auf die methodischen Zugänge zum Thema „Humor“ aus.

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